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Vorwort:
Was passiert, wenn die Logik endet und die Urkraft erwacht?
Martin ist ein Mann der harten Fakten. Für ihn zählt nur, was messbar ist. Doch als die Wintersonnenwende naht und die geheimnisvollen Rauhnächte beginnen, gerät sein Weltbild ins Wanken. An der Seite seiner Partnerin, die das alte Wissen ihrer Ahnen hütet, wird er in eine Welt katapultiert, die er jahrelang verleugnet hat.
Während draußen die „Wilde Jagd“ tobt und die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen, müssen die beiden mehr als nur ihre Skepsis überwinden. Als ihr Freund Thomas in den Sog der Anderswelt gerät und sein Lebensfaden zu reißen droht, gibt es kein Zurück mehr.
Inmitten von Trommelklängen, Runenmagie und der machtvollen Präsenz eines Geistbären erkennt Martin: Er ist nicht nur ein Beobachter. Er ist Teil einer uralten Prophezeiung. Gemeinsam müssen sie zum „Auge des Sturms“ werden – denn nur als Einheit, als zwei Seiten einer Klinge, können sie das Licht in eine neue Zeit führen.
Eine fesselnde Reise durch die zwölf heiligen Nächte – über die Kraft der Gemeinschaft, das Wiederfinden der eigenen Wurzeln und die Magie, die in der Stille des Winters wartet.
Der Herzschlag im Glas
„Eigentlich wollte ich im Museum nur Schutz vor dem strömenden Regen suchen. Die Gänge waren kühl und rochen nach Bohnerwachs und Ewigkeit. Ich schlenderte ziellos an ägyptischen Vasen und römischen Münzen vorbei, bis ich in einen kleinen, schummrigen Seitenflügel geriet.
Dort, hinter einer schweren Vitrine, lag sie: Eine Rahmentrommel, das Fell dunkel und von unzähligen Händen gezeichnet, das Holz verzogen. Ein Schild daneben sprach nüchtern von ‚Schamanischen Utensilien, des 18. Jahrhundert‘.
Ich trat näher, und plötzlich veränderte sich die Luft im Raum. Es war kein Geräusch, das ich hörte – es war ein Druck auf meinem Brustbein. Ein Pochen. Zuerst dachte ich, es sei mein eigener Puls, doch der Rhythmus war anders.
Er war tiefer, erdiger. Als ich die Fingerspitzen ganz nah an das Glas brachte, spürte ich die Vibration.
Die Trommel schlief nicht. Sie wartete.
In diesem Moment wurde mir klar, dass die Geschichten über das ‚Wandern zwischen den Welten‘ keine Legenden waren, um Kinder zu erschrecken. Sie waren eine Landkarte. Und ich hatte gerade den ersten Schritt darauf getan.“


